Presse

Dürener Zeitung/ Dürener Nachrichten vom 25.August 2018. Ein Bericht von Sandra Kinkel.

„Brings“ zeigen sich feierfreudig, tanzwütig und textsicher

 

Von: kin

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Auftakt nach Maß: Rund 3000 Fans feierten Freitagabend mit Peter Brings und seinen Bandkollegen beim 25. Dürener Mundartfestival. Vorher wurde Addy Clemens, Sänger der „Schweess Fööss“ zum Ehrenmitglied der AG Schnüss ernannt. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Besser hätte das von unserer Zeitung präsentierte Jubiläums-Mundartfestival der AG Schnüss am Freitagabend im Willy-Brandt-Park nicht starten können: Rund 3000 Fans feierten mit der Kölner Kultband „Brings“ im großen Zirkuszelt eine „Superjeile Zick“. Klar, dass die Truppe um Peter und Stephan Brings all‘ ihre großen Hits im Gepäck hatte.

Egal, ob „Poppe, Kaate, Danze“, „Liebe gewinnt“, „Halleluja“, „Nur nicht aus Liebe weinen“ und „Kölsche Jung“ – dass Dürener Publikum erwies sich als äußerst feierfreudig, tanzwütig und textsicher. „‚Brings‘ ist meine absolute Lieblingsband“, sagte Marita Kugler, die Freitagabend wie ganz viele andere auch im typischen, rot-karierten „Brings“-Look gekommen war. „Das ist Musik, zu der man richtig abrocken kann.“ So wie Kugler sahen das offensichtlich viele. Schon beim ersten Lied gab es keinen, der nicht tanzte und klatschte. „Düren, ihr seid super“, freute sich dann auch Sänger Peter Brings.

Eröffnet worden war der Abend mit den „Schweess Fööss“, die vor 25 Jahren mit der Band „Echte Fründe“ das Festival ins Leben gerufen haben. Und eigentlich wollte „Schweess Fööss“-Sänger und Mundartfestival-Urgestein Addy Clemens noch eine Zugabe ankündigen, als plötzlich der komplette AG Schnüss-Vorstand auf der Bühne stand – mit einer dicken Überraschung für den Chef. „Es gibt auch Vorstandssitzungen ohne Vorsitzenden“, sagte Gerd Suhr und lachte. „Wir wollen heute Abend Addy Clemens zu unserem Ehrenmitglied machen.“ Die Überraschung ist gelungen. „Damit hätte ich nie gerechnet“, betonte der Mitbegründer des Mundartfestivals. „Wahnsinn“.

Dass sich das Festival einmal so entwickeln würde, hätten er und seine Mitstreiter vor 25 Jahren nicht zu träumen gewagt, sagte Clemens. Das erste Festival hätte nur einen Nachmittag gedauert. Clemens. „Unsere Beständigkeit hat sich ausgezahlt. Wir sind in Düren angekommen. Heute feiern wir drei Tage, und die Leute sind absolut begeistert.“ Es sei die Mischung aus regionalen Bands und echten Knüllern wie „Brings“, die dem Publikum gefallen würde. „Wir hören immer wieder, dass die Menschen froh sind, für ein Konzert einer bekannten Band eben nicht nach Köln fahren zu müssen, sondern in Düren bleiben zu können.“

Hinzu komme, dass Mundart-Musik nichts an ihrer Attraktivität verloren habe, im Gegenteil. „Manchmal habe ich das Gefühl, dass Mundart-Musik immer beliebter wird. Die Lieder sprechen alle Generationen an. Die Leute bekommen Lust zum Feiern. Bei richtig guten Konzerten entsteht ein riesiges Wir-Gefühl. Das kommt einfach gut an.“ Und genau so war es bei „Brings“ Freitagabend auch.

Am Samstag geht das Festival ab 18 Uhr weiter, am Sonntag, 26. August, gibt es ab 12 Uhr mehr als sechs Stunden Livemusik.

 

 

Dürener Zeitung/ Dürener Nachrichten vom  27. Juli  2018.  Ein Bericht von Jörg Abels

Von der Bieridee zur dreitägigen Veranstaltung: Das Mundartfestival

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Um unabhängiger vom Wetter zu sein, steigt das Mundartfestival seit einigen Jahren in einem großen Zirkuszelt, dessen Seitenwände zum Willy-Brand-Park hin geöffnet werden. Foto: Abels/Kinkel

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Der „Vater des Mundartfestivals“: Addy Clemens. Foto: Abels/Kinkel

Düren. An die Geburtsstunde kann sich Addy Clemens noch sehr gut erinnern. 1993 standen die „Schweess Fööss“, deren Sänger der 66-Jährige ist, und die „Echte Fründe“ aus Winden nach einem Auftritt beim Dürener Stadtfest noch bei einem Bierchen zusammen. „Dabei ist die Idee des Mundartfestivals entstanden“, erzählt Clemens.

Zu dieser Zeit erlebte die Dürener Mundartszene gerade einen ersten Höhepunkt. Eine ganze Reihe Bands fand immer größeren Anklang im Karneval und darüber hinaus, teilweise mit nachgesungenen Liedern Kölner Gruppen, teilweise aber auch mit eigenen Songs.

„Fööss“ und „Fründe“ trafen sich dann noch mehrmals in lockerer Runde, fanden schnell Zuspruch in der Szene. Und so feierte das Dürener Mundartfestival am 4. September 1994 mit fünf Gruppen Premiere, schon damals im Willy-Brand-Park, allerdings noch auf der kleinen Bühne neben dem Restaurant, während die Besucher im Schatten der Platanen mitsangen, klatschten und schunkelten.

„Wir waren total überrascht, wie gut das Festival von den Dürenern angenommen wurde“, erinnert sich Clemens an die vielen Hundert Besucher, die den Sonntagnachmittag in familiärer Atmosphäre mit Kölner und Dürener Tön verbrachten. Wie familiär es zuging, zeigt auch, dass die Musiker alles selbst in die Hand nahmen – vom Bonverkauf über den Würstchenverkauf am Grill bis zum Zapf. „Und zwischendurch haben wir was Musik gemacht“, scherzt der „Vater des Festivals“, der seinem Baby bis heute mit viel Herzblut treu geblieben ist.

„Das Feedback war damals so positiv, da wäre es töricht gewesen, aufzuhören“, erinnert sich Clemens. Zu den fünf Bands der ersten Stunde gesellten sich schnell weitere, so dass der Sonntag irgendwann nicht mehr ausreichte, um allen Gruppen Gehör zu verschaffen: die Geburtsstunde von „Live im Park“ im Jahr 2004. Nach einem einmaligen Gastspiel zum Zehnjährigen auf dem Kaiserplatz im Rahmen der Jazztage, kehrte die Arbeitsgemeinschaft (AG) Schnüss, wie sich die Organisatoren mittlerweile nannten, zurück in „ihren“ Stadtpark, aber auf eine separate Bühne. „Samstags waren zu Beginn rockigere Töne angesagt“, blickt Clemens zurück.

Schon Ende der 90er Jahre hatte sich die AG in Richtung Köln geöffnet. „Das fand zwar nicht die Zustimmung von allen, aber notwendig, um einen neuen Akzent zu setzen“, betont Clemens. Hätten wir nichts Neues probiert, hätte sich das Festival irgendwann totgelaufen“, ist der pensionierte Lehrer noch heute überzeugt. Es sollte nicht die einzige Neuerung bleiben: 2005 wurde aus der lockeren Arbeitsgemeinschaft nicht zuletzt aus finanziellen und versicherungstechnischen Gründen ein eingetragener Verein, 2002 wurde mit Comedian Kalle Pohl ein erstes Ehrenmitglied ernannt, das – und das ist bis heute geblieben – einen Bezug zur Region oder Mundart haben muss.

Und ganz wichtig: Das neue Ehrenmitglied gibt nach seiner Ernennung auch immer eine Kostprobe seines Könnens – zum Nulltarif versteht sich, denn der Eintritt zum Mundartfestival ist traditionell frei. Ausnahme ist das Konzert, das seit einigen Jahren für einen dritten Veranstaltungstag sorgt. Zum 20-Jährigen konnte die AG Schnüss den Auftritt von Tommy Engel noch über Sponsoren decken, mit dem „Bläck-Fööss“-Open-Air-Konzert im Jahr darauf aber musste der Verein erstmals Eintritt erheben.

„Aber das wird akzeptiert“, berichtet Clemens. „Viele Dürener sagen, dass sie gerne Eintritt bezahlen, wenn sie dafür nicht nach Köln fahren müssen.“ Bester Beleg ist die Nachfrage für das Jubiläumskonzert mit der Kölschrockgruppe „Brings“, für das bereits mehr als 2300 der 3000 Karten verkauft sind.

Unabhängig vom Wetter

„Nur dank all dieser Neuerungen konnte das Festival 25 Jahre überleben“, ist Clemens überzeugt. Dazu zählt auch seit einigen Jahren die Kooperation mit dem Trecker- und Lanzverein und der Stadtgärtnerei am Sonntag, der sich im Laufe der Jahre zu einem „Famillijedaach“ entwickelt hat. Und seit 2015 der Aufbau eines 1500 oder 3000 Besucher fassenden Zirkuszeltes mitten im Park, um unabhängiger vom Wetter zu sein. „Wir hatten ein solches Zirkuszelt bereits 2013 bei Tommy Engel, hatten dann aber 2014 aus Kostengründen darauf verzichtet“, erinnert sich Clemens. „Prompt regnete es zwei Tage.“

Rückblickend spricht Clemens von vielen schönen Stunden im Park und tollen Begegnungen, vor allem mit den vermeintlichen Stars: Ob Konrad Beikircher, Jürgen B. Hausmann oder Graham Bonney, ob „Bläck Fööss“ oder „Brings“ – „alles Menschen wie du und ich, von denen keiner die Nase hoch getragen hat“.

Bands kamen und gingen. Von den fünf Gruppen, die das erste Festival bestritten haben, sind zum Beispiel nur noch zwei aktiv: die Dürener „Fööss“ und die „Fründe“ aus Winden, wobei letztere beim Jubiläumsfestival fehlen werden. „Das bedauern wir als AG Schnüss sehr“, betont Clemens. Denn auch wenn alljährlich ein großes Konzert mit einer Kölner Gruppe stattfände, sei das Festival doch immer noch das, was es am Anfang war: eine Plattform der lokalen Mundartszene, die immer noch ein großes Publikum fasziniert.

 

Dürener Zeitung/ Dürener Nachrichten vom  26. Juni 2018

 

 

Dürener Zeitung ( Axel Keldenich   )  Ausgabe 05.04.2017

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Dürener Zeitung  (Burkhard Giesen) Ausgabe    04.02.2017

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Dürener Zeitung/ Dürener Nachrichten  (Kevin Teichmann) Ausgabe    08.12.2016

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Dürener Zeitung   Ausgabe 18.04.2016

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Dürener Zeitung   Ausgabe 24.11.2015

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Dürener Zeitung   Ausgabe 18.04.2016

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Schweess-Fööss – Die MundARTisten